
Eine Familie steht verzweifelt am Hafenterminal in Livorno. 20 Minuten vor Abfahrt. Die Buchungsbestätigung liegt ausgedruckt vor, doch der Check-in-Schalter ist bereits geschlossen. Das Schiff nach Bastia legt pünktlich ab – ohne sie. Der Grund: Unkenntnis über die verbindlichen Einschiffungsfristen. Was als entspannter Urlaubsstart nach Korsika geplant war, endet mit Umbuchungsgebühren und einem verlorenen Tag.
Die Fährüberfahrt nach Korsika ist weit mehr als eine Transportstrecke. Sie markiert den echten Beginn der Reise – wenn Sie die Abläufe kennen. Seit Jahren verzeichnet der deutsche Reisemarkt einen stabilen Trend zu Mittelmeer-Destinationen: Laut den aktuellen Reisemarktdaten des Deutschen Reiseverbands 2025 gaben deutsche Urlauber allein für Kreuzfahrten und Fährreisen im westlichen Mittelmeer insgesamt 6,7 Milliarden Euro aus – acht Prozent mehr als im Vorjahr. Korsika bleibt dabei eine der gefragtesten Inseln für Roadtrip-Reisende.
Dieser Guide führt Sie durch jeden einzelnen Schritt: vom Online-Check-in 24 Stunden vor Abfahrt über die Ankunft am Hafen bis zur Ausschiffung in einem der vier korsischen Häfen. Sie erfahren, welche Dokumente zwingend erforderlich sind, wie Sie den passenden Abfahrtshafen wählen und welche Services an Bord Ihre Überfahrt angenehmer gestalten. Das Ziel: keine bösen Überraschungen, keine verpassten Fähren, nur ein reibungsloser Start in Ihren Korsika-Urlaub.
Ihre Fährreise nach Korsika: Die 5 Kernpunkte
- Online-Check-in startet 24 Stunden vor Abfahrt – ausgedrucktes Boarding-Ticket spart Zeit am Hafen
- Ankunft am Terminal mindestens 60 Minuten vor Abfahrt bei PKW, 120 Minuten bei Wohnmobilen über 5 Meter Länge
- Pflichtdokumente: gültiger Personalausweis oder Reisepass, Buchungsbestätigung, Fahrzeugschein, bei Haustieren EU-Heimtierausweis
- 5 Abfahrtshäfen stehen zur Wahl: Livorno und Savona in Italien, Nice, Toulon und Sète in Frankreich – Überfahrtdauer variiert zwischen 4 und 12 Stunden
- Services an Bord unterscheiden sich je nach Schiffstyp: Kabinen für Nachtüberfahrten empfohlen, bei Tagesrouten reichen Sitzplätze meist aus
Die Fährreise nach Korsika gehört für viele deutsche Urlauber zur Reiseplanung – doch die konkreten Abläufe bleiben oft unklar. Wann genau muss ich am Hafen sein? Welche Dokumente sind Pflicht? Und lohnt sich eine Kabine oder reichen Sitzplätze? Die Antworten auf diese Fragen entscheiden darüber, ob Ihr Urlaubsstart reibungslos verläuft oder in Stress ausartet.
Anders als beim Flugverkehr gibt es bei Fährverbindungen keine standardisierten Check-in-Zeiten. Jeder Hafen, jede Saison und jeder Fahrzeugtyp unterliegt eigenen Fristen. Was für einen PKW-Fahrer in der Nebensaison funktioniert, kann für ein Wohnmobil in der Hochsaison zu knapp kalkuliert sein. Hinzu kommen Besonderheiten wie Haustiermitnahme, Sondergepäck oder Reisen mit Minderjährigen – Details, die am Check-in-Schalter zu Verzögerungen führen, wenn sie nicht vorab geklärt sind.
Dieser Guide beantwortet alle praktischen Fragen Schritt für Schritt, vom ersten Klick beim Online-Check-in bis zur Ausschiffung in einem der vier korsischen Häfen. Sie erfahren, welche Fehler Sie vermeiden sollten, wie Sie Ihre Überfahrt optimal organisieren und welche Services an Bord Ihnen zur Verfügung stehen. Die Informationen basieren auf aktuellen Reisemarktdaten, offiziellen Einschiffungsvorschriften der Fähranbieter und praktischen Erfahrungswerten tausender Korsika-Reisender.
Übersicht
- Korsika per Fähre: Warum die Überfahrt mehr ist als nur Transport
- Der Check-in-Ablauf: Von der Online-Buchung bis zum Boarding
- Abfahrtshäfen im Vergleich: Welcher passt zu Ihrer Route?
- An Bord: Services, Komfort und praktische Tipps für die Überfahrt
- Ankunft in Korsika: Ausschiffung und erste Schritte auf der Insel
Korsika per Fähre: Warum die Überfahrt mehr ist als nur Transport
Die Entscheidung für die Fähre statt des Flugzeugs fällt bei Korsika-Reisenden meist aus pragmatischen Gründen: Das eigene Fahrzeug ermöglicht Flexibilität auf der Insel, keine Mietwagenkosten, kein Gepäcklimit. Doch was viele unterschätzen, ist der psychologische Effekt der Überfahrt selbst. Während ein zweistündiger Flug lediglich zwei Punkte auf der Landkarte verbindet, markiert die Schiffsreise einen echten Übergang. Die Kulisse wechselt von europäischen Festlandshäfen zu den zerklüfteten Küsten Korsikas – sichtbar, spürbar, ohne Zwischenlandung.
Dieser Perspektivwechsel beginnt bereits am Hafen. Statt Sicherheitsschleusen und Boarding-Gates dominieren maritime Strukturen: Kais, Verladerampen, der Geruch von Salzwasser. Das Fahrzeug wird selbst an Bord gefahren, die Kontrolle bleibt beim Reisenden. Für Familien mit Kindern bedeutet das: keine Wartezeiten am Gepäckband, kein Transfer zum Hotel mit fremdem Mietwagen. Für Roadtrip-Enthusiasten ist die Fähre der logische erste Abschnitt ihrer Route – die Reise startet nicht erst in Bastia oder Ajaccio, sondern bereits in Livorno oder Toulon.
Die wachsende Beliebtheit dieser Reiseform zeigt sich in den Zahlen: 57,1 Millionen Deutsche unternahmen 2025 mindestens eine Reise von fünf Nächten oder länger, viele davon ins westliche Mittelmeer. Korsika profitiert von diesem Trend, weil die Insel genau jene Mischung aus Erreichbarkeit und Abgeschiedenheit bietet, die Urlauber suchen. Die Fähre macht diese Kombination möglich – vorausgesetzt, der Ablauf klappt reibungslos.
Gut zu wissen: Der Hauptanbieter operiert die meisten Verbindungen nach Korsika und bedient alle vier Haupthäfen der Insel (Bastia, Ajaccio, Ile Rousse, Porto Vecchio). Alternative Anbieter existieren, doch die Routen- und Frequenzdichte macht ihn zur ersten Wahl für deutsche Reisende, die Planungssicherheit bevorzugen.
Der Check-in-Ablauf: Von der Online-Buchung bis zum Boarding
Die häufigste Frage lautet: Wann muss ich wirklich am Hafen sein? Die Antwort ist verbindlich und duldet keine Interpretationsspielräume. Wer zu spät erscheint, bleibt zurück – Ausnahmen gibt es nicht. Die Planung beginnt jedoch bereits 24 Stunden vor Abfahrt mit dem digitalen Check-in.
Der Online-Check-in öffnet exakt 24 Stunden vor der gebuchten Abfahrtszeit. Dieser Schritt ist nicht verpflichtend, beschleunigt aber den Ablauf am Hafen erheblich. Nach dem Login auf der Buchungsplattform werden die Passagierdaten bestätigt, eventuelle Zusatzleistungen (Kabinen, Haustiere, besondere Fahrzeugmasse) überprüft und das Boarding-Ticket als PDF generiert. Dieses Ticket muss ausgedruckt oder auf dem Smartphone griffbereit sein – Screenshots werden an manchen Terminals nicht akzeptiert.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Falls Sie mit einem Fahrzeug über 5 Meter Länge, 1,90 Meter Höhe oder 2 Meter Breite reisen, muss dies bereits bei der Buchung angegeben werden. Nachträgliche Korrekturen am Check-in-Schalter verzögern den Prozess und können in der Hochsaison zu Problemen führen. Wohnmobile, Transporter oder Fahrzeuge mit Dachboxen fallen fast immer in diese Kategorie.
Die offiziellen Einschiffungsvorschriften von Corsica Ferries sind eindeutig: Fahrzeugpassagiere müssen mindestens 60 Minuten vor Abfahrt am Terminal erscheinen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Frist je nach Saison und Hafen unterschiedlich interpretiert wird. Während in der Nebensaison (April, Mai, Oktober) 60 Minuten meist ausreichen, empfiehlt sich in der Hochsaison (Juli, August) ein Puffer von 90 Minuten – insbesondere an italienischen Häfen wie Livorno, wo die Verkehrsdichte höher ist.
Für Wohnmobile und Fahrzeuge über 7 Meter Länge gilt eine erweiterte Frist von mindestens 90 bis 120 Minuten. Der Grund liegt in den zusätzlichen Sicherheitskontrollen und der komplexeren Verladung. Sobald Sie diese Abläufe kennen und Ihren Reisetermin festgelegt haben, können Sie Ihre Fähre nach Korsika buchen. Die offizielle Buchungsplattform zeigt Ihnen dabei automatisch die verbindlichen Check-in-Zeiten für Ihren gewählten Abfahrtshafen an. So vermeiden Sie Planungsfehler und stellen sicher, dass alle Fristen eingehalten werden.
Die Faustregel lautet: Lieber 30 Minuten zu früh am Terminal als 5 Minuten zu spät – verpasste Fähren werden nicht erstattet.

Am Check-in-Schalter werden die Dokumente kontrolliert: wie DFDS die erforderlichen Einschiffungsdokumente erläutert, müssen alle Passagiere einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, die Buchungsbestätigung sowie bei Bedarf Fahrzeug- und Haustierdokumente vorlegen. Bei Reisen mit Minderjährigen, die einen anderen Nachnamen tragen, ist eine Vollmacht oder Geburtsurkunde erforderlich. Diese Kontrollen erfolgen routinemässig, dauern aber nur wenige Minuten, wenn alle Unterlagen vollständig sind.
Nach der Kontrolle erhalten Sie ein Etikett für die Windschutzscheibe – dieses weist Ihrem Fahrzeug die korrekte Verladezone zu. Die Wartezeit bis zum Boarding verbringen die meisten Passagiere im Wartebereich des Terminals. Etwa 30 bis 45 Minuten vor Abfahrt beginnt das Boarding: Fahrzeuge werden zuerst geladen, Fusspassagiere folgen anschliessend über separate Passagierbrücken. Die Verladung erfolgt nach Fahrzeugtyp gestaffelt – Motorräder und PKW zuerst, Wohnmobile und LKW zuletzt. Sobald Sie an Bord sind, können Sie Ihr Fahrzeug verlassen und die Passagierbereiche erkunden.
Der folgende Zeitplan zeigt den typischen Ablauf vom Online-Check-in bis zur Abfahrt auf einen Blick:
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Online-Check-in öffnet – Boarding-Ticket ausdrucken oder digital speichern
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Ankunft am Hafen empfohlen für PKW (Hochsaison: T-90 Min.)
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Check-in-Schalter – Dokumente vorzeigen, Fahrzeugetikett erhalten
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Boarding beginnt – Fahrzeuge rollen über Rampe an Bord, Passagiere folgen separat
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Abfahrt – Fähre verlässt den Hafen pünktlich
Um am Check-in-Schalter keine Zeit zu verlieren, sollten diese Dokumente griffbereit im Handgepäck liegen:
Checkliste: Diese Dokumente gehören ins Handgepäck
- Personalausweis oder Reisepass für alle Mitreisenden (auch Kinder)
- Buchungsbestätigung ausgedruckt oder digital auf dem Smartphone
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) im Original
- EU-Heimtierausweis mit aktueller Tollwutimpfung, falls Haustier an Bord
- Grüne Versicherungskarte (internationale Versicherungsbestätigung, empfohlen für Auslandsreisen)
Abfahrtshäfen im Vergleich: Welcher passt zu Ihrer Route?
Die Wahl des Abfahrtshafens hängt von drei Faktoren ab: Ihrem Startpunkt in Deutschland, der gewünschten Überfahrtdauer und dem Zielhafen auf Korsika. Fünf Häfen stehen zur Verfügung, zwei in Italien (Livorno, Savona) und drei in Frankreich (Nice, Toulon, Sète). Jeder Hafen bietet unterschiedliche Routen, Frequenzen und Reisezeiten. Die Entfernungen ab München oder Hamburg variieren erheblich, ebenso die Überfahrtzeiten – von kurzen Tagesüberfahrten bis zu langen Nachtrouten.
Der folgende Vergleich zeigt die wichtigsten Kriterien auf einen Blick. Entfernungen sind Richtwerte ab München (als Referenzpunkt für süddeutsche Reisende), Überfahrtdauern gelten für Direktverbindungen ohne Zwischenstopps. In der Hochsaison verkehren die meisten Routen täglich, ausserhalb der Hauptreisezeit reduziert sich die Frequenz auf drei bis vier Abfahrten pro Woche.
Überfahrtdauern laut Fahrplan 2026, Richtwerte können je nach Wetterbedingungen und Schiffstyp variieren. Aktuelle Zeiten auf corsica-ferries.de prüfen.
| Hafen | Land | Häfen Korsika | Überfahrtdauer (ca.) | Typ | Entfernung ab München (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| Livorno | Italien | Bastia, Ile Rousse | 4-5h | Tag | 650 km |
| Savona | Italien | Bastia, Ile Rousse | 5-6h | Tag | 550 km |
| Nice | Frankreich | Bastia, Ajaccio, Ile Rousse | 5-7h | Tag/Nacht | 700 km |
| Toulon | Frankreich | Ajaccio, Bastia, Ile Rousse | 10-12h | Nacht | 850 km |
| Sète | Frankreich | Ajaccio, Porto Vecchio | 11-13h | Nacht | 1.000 km |
Für deutsche Reisende aus Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) sind die italienischen Häfen Livorno und Savona die kürzeste Option. Die Anfahrt erfolgt über die Brennerautobahn oder den Gotthard, die Überfahrt dauert nur vier bis sechs Stunden – ideal für Tagesüberfahrten ohne Kabinenkosten. Norddeutsche Reisende (Hamburg, Berlin) profitieren hingegen von den französischen Häfen Toulon oder Nice, da die Anfahrt über Frankreich weniger Maut und kürzere Fahrzeiten bedeutet. Die längeren Nachtüberfahrten ab Toulon oder Sète lohnen sich besonders, wenn Sie die Fahrtzeit zum Schlafen nutzen möchten und am nächsten Morgen ausgeruht auf Korsika ankommen wollen.
An Bord: Services, Komfort und praktische Tipps für die Überfahrt
Die Frage, ob eine Kabine notwendig ist oder Sitzplätze ausreichen, spaltet Korsika-Reisende seit Jahren. Die Antwort hängt von der Überfahrtdauer ab – und vom persönlichen Komfortbedürfnis. Bei Tagesüberfahrten unter sechs Stunden (Livorno-Bastia, Savona-Ile Rousse) bevorzugen die meisten Passagiere Sitzplätze. Die Schiffe bieten grosszügige Innen- und Aussenbereiche, Restaurants, Bars und auf manchen Routen sogar Pools oder Kinderspielbereiche. Wer Ruhe sucht, findet meist ausgewiesene Ruhezonen mit Liegesesseln.
Anders sieht es bei Nachtüberfahrten aus. Zehn bis dreizehn Stunden auf einem Sitz verbringen – selbst wenn dieser verstellbar ist – führt selten zu erholsamem Schlaf. Hier empfiehlt sich eine Kabine, insbesondere bei Reisen mit Kindern oder älteren Mitreisenden. Kabinen variieren von einfachen Innenkabinen ohne Fenster bis zu Aussenkabinen mit Meerblick. Die Preisdifferenz beträgt je nach Saison zwischen 40 und 120 Euro pro Kabine (nicht pro Person). In der Hochsaison sind Kabinen schnell ausgebucht – wer sicher gehen will, bucht mindestens vier Wochen im Voraus.
Kabine oder Sitzplatz? Entscheidungshilfe für Ihre Überfahrt
- Überfahrt unter 6 Stunden (Tagesroute):
Sitzplätze reichen meist aus. Tipp: Ruhezone wählen, falls verfügbar. Restaurants und Aussendecks bieten Abwechslung. Kosten sparen: keine Kabine notwendig.
- Überfahrt 6-10 Stunden (Tag oder Abend):
Kabine empfohlen bei Reisen mit Kindern oder hohem Komfortbedürfnis. Alternative: Liegesitze als Kompromiss zwischen Preis und Komfort. Privatsphäre ist begrenzt, aber Ruhe meist gegeben.
- Überfahrt über 10 Stunden (Nachtroute):
Kabine stark empfohlen für erholsamen Schlaf und frischen Start in den Urlaub. Innenkabinen sind günstiger, Aussenkabinen bieten Tageslicht und Meerblick. Preis pro Kabine, nicht pro Person – bei Familien lohnt sich die Investition.
Die Services an Bord variieren je nach Schiffstyp und Route. Modernere Schiffe (Mega Express, Mega Smeralda) bieten WLAN gegen Gebühr, meist mit limitiertem Datenvolumen. Kostenlose Steckdosen finden sich in Kabinen, in öffentlichen Bereichen sind sie selten. Restaurants servieren warme Mahlzeiten zu moderaten Preisen (Hauptgerichte zwischen 8 und 15 Euro), Snackbars bieten Sandwiches und Getränke. Eigener Proviant ist erlaubt und wird von vielen Familien mitgebracht, um Kosten zu sparen.

Tipp für Haustierbesitzer: Die Mitnahme von Hunden oder Katzen ist auf allen Fährverbindungen nach Korsika möglich, erfordert jedoch Voranmeldung bei der Buchung. Der EU-Heimtierausweis mit aktueller Tollwutimpfung ist Pflicht. An Bord stehen spezielle Haustierkabinen zur Verfügung, alternativ können kleinere Tiere in Transportboxen in der Kabine mitgeführt werden. Auf dem Aussendeck existieren ausgewiesene Bereiche, wo Hunde sich lösen können. Kosten: etwa 20 bis 40 Euro pro Tier und Strecke.
Ankunft in Korsika: Ausschiffung und erste Schritte auf der Insel
Die Ausschiffung verläuft deutlich entspannter als das Boarding. Etwa 30 Minuten vor Ankunft im Hafen werden Durchsagen über Lautsprecher gemacht – meist auf Französisch, Italienisch und Englisch. Passagiere kehren zu ihren Fahrzeugen zurück, Fusspassagiere sammeln sich in den Ausgangsbereichen. Die Türen zum Autodeck öffnen sich erst, wenn das Schiff vollständig angelegt hat. Die Ausfahrt erfolgt zügig, meist innerhalb von 15 bis 20 Minuten sind alle Fahrzeuge von Bord.
Korsika verfügt über vier Haupthäfen: Bastia im Norden, Ajaccio im Westen, Ile Rousse im Nordwesten und Porto Vecchio im Südosten. Jeder Hafen liegt zentral oder nahe den jeweiligen Stadtzentren, Tankstellen und Supermärkte sind in unmittelbarer Nähe. Ein Tipp für Erstbesucher: Tanken Sie gleich nach der Ankunft, bevor Sie ins Inselinnere fahren. Die Benzinpreise auf Korsika liegen etwa 10 bis 15 Prozent über dem französischen Festlandniveau, Tankstellen in abgelegenen Bergregionen sind rar.
Die erste Herausforderung für deutsche Autofahrer: Linksverkehr? Nein, Korsika fährt rechts wie in Deutschland. Doch die Strassen unterscheiden sich erheblich. Schmale Bergstrassen, enge Serpentinen, wenig Leitplanken – insbesondere die Route durch die Castagniccia oder entlang der Westküste erfordern defensive Fahrweise. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit liegt selten über 50 km/h, auch wenn die Strecke nur 80 Kilometer beträgt. Planen Sie grosszügige Fahrzeiten ein: Bastia nach Bonifacio (Südspitze) dauert rund drei Stunden, Ajaccio nach Calvi etwa zweieinhalb Stunden.
Ergänzend zu den beschriebenen Abläufen klären die folgenden Antworten typische Zweifelsfälle und praktische Details:
Häufige Fragen zur Fährüberfahrt nach Korsika
Was passiert, wenn ich den Check-in verpasse?
Kontaktieren Sie umgehend den Kundenservice am Hafen. Je nach Verfügbarkeit kann eine Umbuchung auf die nächste Abfahrt möglich sein, allerdings fallen in der Regel Umbuchungsgebühren an. In der Hochsaison sind spontane Umbuchungen oft ausgeschlossen, da die Fähren ausgebucht sind. Die verbindliche Einschiffungsfrist liegt bei 60 Minuten vor Abfahrt – wer später erscheint, verliert den Anspruch auf Beförderung ohne Erstattung.
Kann ich an Bord essen oder muss ich Proviant mitbringen?
Die meisten Schiffe verfügen über Restaurants und Bars mit warmen Mahlzeiten, Snacks und Getränken. Die Preise sind moderat (Hauptgerichte ca. 8-15 Euro, Snacks 3-6 Euro). Eigener Proviant ist erlaubt und wird von vielen Familien mitgebracht, um Kosten zu sparen. Heisswasser für Babynahrung oder Tee wird auf Anfrage meist kostenfrei bereitgestellt.
Gibt es Steckdosen in den Kabinen?
Ja, Kabinen sind in der Regel mit mindestens einer Steckdose ausgestattet (230V, französische/italienische Stecker). In öffentlichen Bereichen variiert die Verfügbarkeit – auf moderneren Schiffen finden sich vereinzelt Ladestationen, auf älteren Schiffen sind diese selten. Powerbanks für längere Überfahrten empfehlenswert.
Wie funktioniert die Mitnahme von Haustieren?
Haustiere müssen bei der Buchung angemeldet werden. Ein EU-Heimtierausweis mit aktueller Tollwutimpfung ist verpflichtend. Je nach Schiff stehen spezielle Haustierkabinen zur Verfügung oder Tiere verbleiben in Transportboxen in der regulären Kabine. Auf Aussendecks gibt es ausgewiesene Bereiche für Hunde. Kosten liegen zwischen 20 und 40 Euro pro Tier und Strecke. Grosse Hunde müssen an der Leine geführt werden, Maulkorbpflicht gilt auf manchen Schiffen.
Was tun bei Seekrankheit?
Medikamente gegen Reiseübelkeit vorbeugend einnehmen (in der Apotheke erhältlich, rezeptfrei). An Deck frische Luft schnappen hilft oft besser als im Innenraum zu bleiben. Mittschiffs (Schiffsmitte) ist die Bewegung am geringsten – wer zu Seekrankheit neigt, sollte Kabinen oder Sitzplätze in diesem Bereich bevorzugen. Leichte Kost vor und während der Überfahrt, viel Wasser trinken, Blick auf den Horizont richten.
Sobald Sie den Hafen verlassen haben, sollten Sie diese drei Schritte in den ersten Stunden auf Korsika priorisieren:
Ihr Fahrplan nach der Ankunft: Die ersten 3 Schritte auf Korsika
- Tanken Sie direkt nach Verlassen des Hafens – Tankstellen sind in Hafennähe zahlreich, im Inselinneren selten
- Passen Sie Ihre Fahrweise den engen Bergstrassen an – durchschnittlich 40-50 km/h Reisegeschwindigkeit einplanen
- Kaufen Sie Grundnahrungsmittel in Hafenstädten ein – Supermärkte in Bergdörfern sind teurer und haben begrenzte Öffnungszeiten
Die Fährreise nach Korsika ist keine Hürde, sondern der erste Akt Ihres Urlaubs. Wer die Abläufe kennt – vom Online-Check-in über die rechtzeitige Ankunft am Hafen bis zur Wahl der passenden Kabine – verwandelt potenzielle Stressfaktoren in Routineschritte. Die 60 Minuten Vorlaufzeit sind nicht verhandelbar, doch innerhalb dieses Rahmens bleibt genug Spielraum für entspannte Vorbereitung. Korsika wartet mit zerklüfteten Küsten, einsamen Buchten und Bergdörfern, die nur mit dem eigenen Fahrzeug erreichbar sind. Die Fähre bringt Sie dorthin – zuverlässig, komfortabel und als Teil der Reise, nicht nur als Mittel zum Zweck.